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Patrick Wirth, Head of Mobility Unit der Baloise Group, im Interview über die ersten 6 Monate aboDeinauto

Christina Mayer

12, Mai, 2021

Patrick Wirth, Head of Mobility Unit der Baloise Group, im Interview über die ersten 6 Monate aboDeinauto

Am Baloise Group Investorentag letzten Herbst wurde die Gründung von «aboDeinauto» bekannt gegeben, das in Deutschland Gebrauchtwagen im Abo anbietet. Das Start-up wurde vom Baloise Mobility-Team in Zusammenarbeit mit Bridgemaker ausgedacht, Europas führendem unabhängigen Corporate Company Builder. Im Interview blickt Patrick Wirth, Verantwortlicher für das Ökosystem Mobility und im Vorstand von «aboDeinauto», auf das erste halbe Jahr zurück und sagt, was die nächsten Schritte sind.

Patrick, die Gründung wurde am Investorentag bekanntgegeben, bereits im November seid ihr mit eurer Idee an den Markt gegangen. Wie war der Start?

Wir sind bewusst, in einem sehr, sehr frühen Stadium an den Markt gegangen. So wollten wir einerseits erfahren, ob die Nachfrage für unser Angebot vorhanden ist und ob alles so funktioniert, wie wir uns das überlegt haben.

Und, habt ihr richtig überlegt?

Die Nachfrage ist vorhanden und wir haben den Vorteil, dass der Ansatz, ein Auto zu abonnieren – alles in einem Monatspreis abgedeckt zu haben –, bei den Kunden bereits bekannt ist. Wir müssen also nicht im grossen Stil Aufklärungsarbeit leisten. Wir haben aber schnell gemerkt, dass unser Versprechen, das Auto kurzfristig, fahrbereit beim Kunden abzuliefern, noch Nachbesserung braucht. Die Gebrauchtwagen stehen ja bei Partner-Händlern. Beim ersten Abo wollte sich der Händler einen Monat Zeit nehmen für Service und Winterräder montieren, das passte nicht zu unserem Versprechen, das Auto spätestens nach 10 Tagen zu liefern. So haben wir in den Anfangswochen, in der das Angebot einem kleinen Kreis zur Verfügung stand, viel gelernt und die entsprechenden Anpassungen vorgenommen.

Die Abo-Idee ist bereits bekannt. Wie unterscheidet sich «aboDeinauto» von der Konkurrenz?

Wir bieten Gebrauchtwagen an. Diese sind sofort verfügbar und haben einen kleineren Abschreiber, was dann den Preis für den Kunden senkt. Der grosse Vorteil für die Händler ist, dass wir die Fahrzeuge kaufen und sie so nicht mehr auf der Bilanz der Händler stehen. Das macht in Deutschland ausser uns nur ein anderer Anbieter. Deswegen arbeiten die Händler gerne mit uns zusammen. Dies war wohl auch der Grund, warum der Autovermieter Sixt, der eigentlich selbst ein Auto-Abo anbietet, auf uns zugekommen ist und nun mit uns zusammenarbeitet, um Leasingrückläufer zu vermarkten.

Das klingt nach einer steilen Wachstumskurve?

Ja, aber! Wir hatten einen guten Start und die Nachfrage ist grösser als erwartet. Die Kundenzufriedenheit steht aber an erster Stelle für uns. Deswegen haben wir bewusst langsam angefangen, um zuerst alle Prozesse auf ein gutes Niveau zu bringen. Im Februar haben wir uns dann dem Marketingthema gewidmet, um herauszufinden, wie wir möglichst kosteneffizient an Kunden herankommen. Hier hat sich eine Mischung aus Social Media und gezielter Pressewerbung sehr bewährt.

Wo steht ihr gerade – auch was Personal angeht – und wie geht es bis Ende Jahr weiter?

Wir sind weiterhin am Optimieren der Prozesse und aktuell überarbeiten wir unseren Online-Auftritt. Zudem wollen wir die Händlerseite weiter ausbauen, um eine noch bessere Abdeckung zu erreichen. Ende Jahr sollten wir bereit sein, um uns aufs Wachstum zu fokussieren. Dann kann auch die Expansion in ein weiteres Land Thema sein.

Bislang amtete Alexander Thieme von Bridgemaker als Interims-CEO. Nun sind wir in Gesprächen, um den CEO-Posten langfristig zu besetzen. Bereits kommunizieren konnten wir das Engagement von Wolfgang Stahl als Chief Operations Officer. Er verantwortete früher das Flottenmanagement von Opel und bringt viel Know-how ins Team.

Soll das Geschäftsmodell in Zukunft erweitert werden und gibt es bereits Synergien mit den anderen Initiativen innerhalb des Ökosystems?

Es gibt einen Fall, den wir bereits jetzt prüfen. Wenn ein Abo beendet wird, geht das Fahrzeug aktuell zu einem vereinbarten Preis an den Händler zurück. Wir schauen gerade, ob es allenfalls attraktiv ist, wenn wir das Fahrzeug selbst weiterverkaufen. Auch, falls der Kunde das Fahrzeug selbst übernehmen möchte. Grundsätzlich prüfen wir alle Ideen und sind offen für Input.

Es wird in Zukunft sicher Synergien geben. Aktuell starten wir damit, Daten zu sammeln. Dafür nutzen wir Technologie von Mobly. Die gewonnen Daten sind sehr spannend – für uns, für die Versicherung, aber auch für Gowago, das vergleichbare Kundengruppen anspricht.

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